Bowling im Dienste der Wissenschaft – Teil 2 (Update)

von Leichtmatrose Hannes | Mittwoch, 9. Juli 2008, 8:58

Vor Kurzem fand der erste Teil statt.

Nun stand Teil 2 des Experiments ins Haus. Und zwar sollten die Teilnehmer sich unter der Woche mehrfach zum Spielen mit der Wii einfinden. Vorwiegend sollte mit Wii Sports gebowlt werden. Ohne konkrete Einweisung, einfach auf intuitive Bedienbarkeit angewiesen. Klappte auch ganz gut. Der Hinweis vor jedem Spiel, man solle darauf achten, dass keine Personen und gegenstände in der Nähe seien, scheint in der Tat sinnvoll sein. Einige schmerzhafte und genauso ungewollte Schlagattacken konnten ich nur dank ausgesprochenem Reaktionsvermögen knapp verhindern.

Macht Spaß, die Wii. Anfänglich mit hohem Suchtfaktor und durchgängig ehrlich realitätsnah. Dass bei fast jedem Wurf mindestens ein Pin stehen bleibt, ist auf der echten Bahn auch der Fall :-)
Man kann dem Ball übrigens durch eine Handdrehung am Ende des virtuellen Abwurfs einen Drall verpassen, der die Pins von der Seite her abräumt. Eine Technik, die ich in der Realität noch nicht ausprobiert habe. Der Muskelkater beim Bowling und der Tennisarm beim Wii-Tennisspielen runden die Realitätsnähe ab.

Schlussendlich gehörte zum Experiment noch eine Kontrollrunde auf der echten Bowlingbahn, an die auch wieder ein Fragebogen angeschlossen war. Anwesend waren wieder ein paar Bowlingprofis, die, nachdem sie alle Spieler bewertet hatten auch mit Rat und Tat zur Seite standen. Ich habe mir einmal zeigen lassen, wie man den Ball mit einem Drall noch zielsicherer in die Gosse spielen kann von der Seite in die Pins rollen lässt. Außerdem weiß ich jetzt, dass ein professioneller Bowlingball zwischen 100 und 250 Tacken kostet und dass Bowlingschuhe gar nicht so teuer sind. Und das alles für lau. Na, wenn das nicht mal was war.

Update

Weil jetzt schon mehrfach die Nachfrage kam: Das Experiment war natürlich wissenschaftlich und daraus folgt eine entsprechende empirische Auswertung. Mein persönlicher Eindruck war, dass man durch das Spielen an der Wii das eine oder andere ausprobiert, was man im realen Leben als nicht-Profibowler so nicht ausprobiert hätte. Insofern ist ein Lerneffekt vorhanden. Wie das aber bei den anderen Probanden aussieht, weiß ich nicht. Das gesamte Experiment wurde auf Video aufgenommen und wird nun ausgewertet. Die Auswertung wird einige Monate in Anspruch nehmen. Wenn es eine Veröffentlichung gibt, werde ich hier darauf hinweisen.

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