…aber…

von Leichtmatrose Falk | Montag, 12. Januar 2009, 13:55

Klasssche Situation, ein Pärchen kommt aus dem Stadtteil-Italiener an der Ecke. Sie: War doch ABER ganz lecker, oder? Er: Jetzt bin ich ABER auch satt!

Rechtfertigt sie sich sicherheitshalber schonmal, weil sie das Restaurant ausgewählt hat? Hat es ihm nicht geschmeckt, und er empfindet nur Völlegefühl? Sicherlich wollten die Beiden nicht feierlich Essen gehen. Bestimmt sollte es ein kleiner schöner Abend werden, an dem keiner der Beiden Lust hatte, zu kochen.  Vielleicht gab es sogar einen kleinen Anlass. Nichts Großes.

Voll ausgesprochen lauetet das Gespräch:

Sie: Ich weiß ja nicht ob du jetzt mit meiner Wahl des Restaurantes zufrieden warst. Wir hatten ja schon länger vor, diesen Laden mal auszuprobieren. Er ist ja auch so schön nah und zu Fuß zu erreichen. Dann kannst du auch ein Bier trinken. Und man muss sich nicht so schick machen. Ich habe nichts großes Erwartet, und genau so war es auch. Die Stimmung gemütlich und das essen richtig lecker. Ein toller Sonntag Abend. Und nun noch eine schöne DVD und dabei kuscheln.

Er: Ja, Bier schmeckt zu Essen auch besser als Apfelschorle. Das Essen war ok, und die Portionen sind schön groß. Hab ich grad so geschafft. Bin froh dass es nicht so weit nach Hause ist. Und jetzt auf die Couch!

ABER da sich die Beiden schon recht lange kennen, wissen sie das alles eh. Und das Programm für den Abend besteht darin, dass sich Jeder in seiner Ecke auf der Couch krümelt und versucht wird, im TV was anschaubares zu finden.

Der Abend endet dann irgendwann mit dem Satz: So gut war das TV-Programm heute Abend ABER nicht…

Sind wir denn nun zu leicht zufrieden zu stellen oder zu leicht unzufrieden? Oder beides, immer so wie grad passt?

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3 Antworten zu „…aber…“

  1. Felix Neumann schrieb

    am 12. Januar 2009 um 14:12:

    Wir sind gleichgültig.

    Ich glaube nicht, dass wir (für Verallgemeinerungen wird keine Haftung übernommen) viel zu nörgelig sind, auch nicht, dass wir sehr leicht zu befriedigen wären — wenigstens nicht in den von dir angeführten Fällen. Oder zumindest liegt in alldem nicht das Grundübel.

    Die beiden hatten also einen guten Abend im Restaurant, es war nicht schlecht, es hat sie (aber) auch nicht umgeworfen. Ist aber auch gar nicht wichtig, denn morgen müssen sie eh wieder früh raus und auf Arbeit, und man hat mal was gemacht, ist doch ganz gut, man war mal draußen, konnte sich das Essen sparen, den Italiener kennt man ja eigentlich auch ganz gut, und so weiter. Was wesentlich ist: in dem blabla fehlen die Emotionen, die Gefühlsausbrüche. Es ist alles recht gleichgültig, irgendwie schon immer wieder das selbe, same procedure as every year.

    Genauso auch das TV-Programm. Es war “schlecht”: man hat nichts dabei gelernt, es hat einen nicht gepackt, es hat einen nicht in sich reingezogen, man wurde nicht schockiert, nicht gerührt, nicht aufgerüttelt. Aber all das haben die beiden eigentlich auch gar nicht erwartet (ist ja eh nur Fernsehen), und es ist wohl auch gar nicht so wichtig (morgen müssen sie eh wieder früh raus, und so weiter). Sie haben einfach wieder einen abend rumgebracht. — Irgendwie fehlte das gewisse etwas, was sie aus ihrem Alltagstrott gerissen hat.

    Ich bin wohl noch zu jung, um irgendwas über den Alltagstrott zu wissen. Aber ich würde mir wünschen, später eine Partnerin zu haben, mit der ich mich gegenseitig vor so viel Gleichgültigkeit schützen kann…

    Viele Grüße,
    und ‘n guten Tag noch,
    Felix

  2. Leichtmatrose Falk schrieb

    am 12. Januar 2009 um 14:21:

    gleichgültig, auch eine Idee… sind wir inzwischen abgestupft oder generell nicht begeisterungsfähig? Aber danke für diese ausführliche Antwort!

  3. Frau Blume schrieb

    am 14. Januar 2009 um 21:36:

    ich brauch deine emailaddy :)

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