Typisch norddeutsch: Biikebrennen
| Sonntag, 29. März 2009, 16:07Auch wenn das Wetter im Moment und wahrscheinlich auch die nächste Zeit noch ein bisschen durcheinander geht, wird es langsam wieder Frühling. Der Lauf der Zeit. Und wir hoffen, dass es ein guter Sommer wird. In den meisten Regionen Deutschlands werden zu Ostern und zum Frühlingsanfang Feuer angebrannt. Dies ist ein alter Brauch um den Winter zu verjagen.
In der Serie typisch norddeutsch leisten die Brandungskieker Aufklärungsarbeit. Schubsen die Norddeutschen Kühe? Was bedeutet eigentlich dieses “Moin”? Hier klären wir Euch über Klischees und Mythen rund um die Nordlichter und Fischköppe auf.
In Norddeutschland, sowohl auf dem Festland als auch auf den Halligen und Inseln gibt es noch eine weitere spezielle Art des Frühlingsfeuers. Das Biikebrennen am 21. Februar. Im Binnenland heute auch als Beekenbrennen vorzufinden. Dieser Feiertag wird auch Piddersdai genannt. Zu Hochdeutsch: Peterstag oder St. Peterstag. Das kommt allerdings nicht von “Petrus” sondern hängt vermutlich mit einer weiteren Tradition zusammen: manchmal wird im Feuer auch eine Strohpuppe verbrannt, das Petermännchen. Das Petermännchen könnte ein Symbol für den Papst und den christlichen Glauben sein, der hierzulande vor langer Zeit abgelehnt wurde.
Daran kann man erkennen, dass dieser Brauch wahrscheinlich schon in heidnischen Zeiten üblich war. Die Puppe verkörpert aber auch den Winter, der für die Bevölkerung früher immer eine schwere Zeit war. Einigenorts, z. B. auf Sylt, wird in der Biike eine Tonne verbrannt, welche den Winter symbolisiert. Überall bedeutet das Abbrennen des Feuers ein Ausbrennen des Winters, Fruchtbarkeit, Heilung von Krankheiten und die Vertreibung des Bösen. Wenn die Biike niedergebrannt ist, springen junge Verliebte über die Glut und festigen damit ihre Liebe.
Das Biikebrennen ist immer ein großes Fest, wo alle Menschen der Umgebung zusammenkommen. Das Fest zeigt und stärkt die Gemeinschaft. Rund um das Biikebrennen sind natürlich auch lustige Bräuche enstanden. Zum Beispiel versuchen sich die Jugendlichen verschiedener Gemeinden gegenseitig das Brennholz zu klauen oder die Biike zu manipulieren. Im Anschluss an das Biikebrennen findet zumeist noch ein großes Grünkohlessen statt. Überall sind bei der ganzen Zeremonie Gäste willkommen. Die Norddeutschen sind halt ein herzliches Völkchen.
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