Typisch norddeutsch: Grog
| Samstag, 21. März 2009, 16:00Eigentlich sollte die kalte Jahreszeit langsam vorüber sein und der Frühling vor der Tür stehen. Eigentlich ist es langsam wieder Zeit für ein kühles Pils in geselliger Runde am Strand.
Aber uneigentlich ist es immer noch arschkalt. Was trinken die Nordlichter denn so in den Wintermonaten wenn es draußen klapprich kalt ist? Über den Tee haben wir ja schon gesprochen. Aber das ist nicht alles. Es gibt da noch den steifen Grog. Ein Plattdeutscher Schnack besacht: „Rum möt, Zucker kann, Water bruuk nich.”, für die Auswärtigen: Rum muss sein, Zucker darf, Wasser kann (auch alles verderben). Grog ist also an sich nur Rum und Zucker mit heißem Wasser. Dabei gibt es natürlich verschiedene Vorlieben der Dosierung.
In der Serie typisch norddeutsch leisten die Brandungskieker Aufklärungsarbeit. Schubsen die Norddeutschen Kühe? Was bedeutet eigentlich dieses “Moin”? Hier klären wir Euch über Klischees und Mythen rund um die Nordlichter und Fischköppe auf.
Aber im allgemeinen trinkt man den Rum mit Wasser, schon allein um ihn heiß zu machen. Für einen Grog füllt man 2 Teelöffel Zucker in ein Glas und löst ihn mit ca. 150ml Wasser. Dann gibt man 4cl Rum dazu. “Original Rum” hat um die 54% Vol. Alkohol. Bei Grog wird meistens “Echter Rum” (auf 37,5% Vol. herabgesetzt) oder der “Flensburger Rum-Verschnitt” verwendet, der aus min. 5% Rum besteht und mit Alkohol und Wasser gestreckt wird. Das Ergebnis hat meistens min. 37,5% Vol. Alkohol.
Der obligatorische Löffel oder Glasstößel im Glas dient hierbei nicht in erster Linie zum umrühren, sondern der Ableitung der Hitze beim Eingießen des Wassers. Klassische Groggläser bestehen aus sehr dünnwandigem Glas und könnten bei der plötzlichen Hitze zerspringen.
Ähnlich dem Grog gibt es auch noch eine Variante mit Tee. Beim “Tee mit Rum” ersetzt in der Zubereitung nur der heiße Tee das heiße Wasser.
Die Bezeichnung Grog soll auf den Englischen Admiral Edward Vernon zurückgehen, der seiner Mannschaft dieses Getränk gegen Skorbut verordnete und stets einen groben Mantel oder Umhang aus Seide und Wolle trug. Dieses Gewebe heißt Grogram, weswegen Vernon oft Old Grog genannt wurde.
Ach ja, Vorsicht: nach zuviel Grog ist man natürlich wegen der Wärme und des Zuckers schnell ganz schön groggy. Wohl bekomm’s!
Weitere Links
- Geschichte des Rums (auf englisch)
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