Budapest
| Donnerstag, 16. April 2009, 21:00
Budapest ist eigentlich keine Metropole, die klassisch auf dem Wasserwege angesteuert wird. Die mögliche Kahngröße für Budapester Gewässer spielt dabei eine wesentliche Rolle. Okay, die Donau ist jetzt nicht unbedingt das Problem, es sind eher die Brücken, die dem Ganzen ein Strich durch die Rechnung machen. Ach, watt schnack ich, fliegen geht auch.
Wie alle die mir bekannten osteuropäischen Metropolen muss sich Budapest in Sachen modernen, urbanen Leben nicht verstecken. Es gibt alles, ausreichend Nahrungsmittel, Straßenbahnen, Touristen und WLAN. Irgendwie auch von allem im Überfluss. Diese Dinge sind jedenfalls entscheidend dafür, dass die Stadt einen lebendigen Eindruck macht und am Weltgeschehen teilzunehmen scheint. Über die Sehenswürdigkeiten und klassischen Tourismusmagneten können andere mehr sagen als ich. Ich widme mich lieber den kulinarischen Highlights.
Die Markthalle
Ein zentraler Anlaufpunkt im Herzen der Altstadt ist die Markthalle. Eine klassische Markthalle, wie man sie auch aus Barcelona oder Florenz kennt, nur eben mit ungarischen Spezialitäten. Okay, die lassen sich relativ schnell aufzählen: 70% Schlachter Metzger Fleischer, 29% Konditoren, 1% Krimskrams. Die Betonung liegt hier jedoch auf Qualität statt Quantität. Die ungarische Salami ist bestimmt jedem ein Begriff. Aber sicher nicht die originaaal-in-echt-von-ungarischen-Bäuerinnen-handgedängelte-edel-Salami! Kinners, hat die ein Aroma. Im Grund sind die Stände alle gleich, aber es gibt scheinbar einen derart großen Bedarf an Salami, dass sie alle ihre Daseinsberechtigung haben. Oder alles wird vom Budapester volkseigenen Fremdenverkehrsaufsichtsamt Tourismusmanagement gesteuert und in Zeiten touristischer Massenaufläufe wird der Ansturm durch Marken auf alle Stände sozialistisch verteilt. Wer weiß.
Die Strudel
Wenn man keine ungarische Würzsalami riecht, dann duftet es in ganz Budapest lecker nach frischem Blätterteig. An jeder Ecke, in jeder U-Bahn-Station sind kleine Stände, die die Aufgabe haben, den Smog mit dem Duft frisch gebackener Strudel zu übertünchen. Es duftet einfach wunderbar! Und diese Stollen sind es ebenso. Sie bestehen aus einer Blätterteighülle und sind gefüllt mit den unterschiedlichsten Dingen: Apfelkompott, Quark, Weißkraut, Frischkäse und vieles anderem. Aus einem Budapester Szenemagazin erfuhren wir von einer unscheinbaren Konditorei nordöstlich der Altstadt, in der die Strudel ganz besonders lecker sein sollen. Wir fuhren hin und, tatsächlich, der Laden war so unscheinbar, dass wir erst mal dran vorbei gingen. Die Strudel sind dort wirklich umwerfend. Und dass die Touristen bis hier sonst eigentlich nicht vordringen, merkt man daran, dass das Mädchen hinterm Tresen kein Wort Englisch versteht.
Das Leben
Ansonsten lässt es sich in der Stadt wirklich hervorragend aushalten. Man findet sich zwischen hunderttausenden Studenten wieder, auf überflüssigen Luxus wird verzichtet, dafür kostet das Bier nur 1,20 und ein ÖPNV-Tagesticket gut drei Euro. Die für unsere Verhältnisse günstigen Preise räumen einfach jedes schlechte Gewissen aus dem Weg. Den sozialistischen Charme hat Budapest überwiegend abgelegt und lädt dazu ein, es sich wirklich gutgehen zu lassen. Die Reise ist es wert!
P.S. Meine Restaurantempfehlungen werde ich peut-a-peut bei Qype veröffentlichen.
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Wolfgang schrieb
am 19. April 2009 um 21:39:
Egal wo man auf dieser Welt sich aufhält gibt es wunderbares zu sehen. Oft sind es kulturell großartige Gebäude oder Dinge die nur an der Stelle zu sehen sind. Budapest bietet denke ich für jeden Besucher das Passende und gehört zu den besonderen Erlebnissen.