Typisch norddeutsch: Seemannsknoten
| Freitag, 17. Juli 2009, 22:46Was für den Klempner sein Engländer ist, ist für den Segler der Seemannsknoten. Ohne die klug gesteckten Seilenden geht nichts auf dem Wasser. Das durfte ich bei unserem Seefahrer-Vortreffen (wegen Segelschein, Ihr erinnert Euch) diese Woche wieder ein mal lernen.
Seemannsknoten gibt es in unzähligen Ausführungen. Der Grund hierfür ist nicht unbedingt die Kreativität und der Ästhetiksinn der Seeleute, sondern eher ein praktischer. Für die verschiedenen Einsätze gibt es hunderte Knoten, die einem helfen, irgendwen irgendwie mit irgendwas zu verbinden, an unterschiedlichsten Dingen zu sichern und, das darf nicht vergessen werden, vor allem auch einfach wieder loszubinden.
Das erste, was ich lernen durfte, ist, dass das Seil nicht Seil heißt. Und übrigens auch nicht Tampen. Der Seemann sagt zum Seil „Tau“ und zum kurzen Tau „Ende“. Das Tau oder Ende hat am Ende jeweils Tampen. Ein Ende heißt Tampen, wenn zwischen zwei Tampen nur ein kurzes Stück Ende ist. Alles klar?
In der Serie typisch norddeutsch leisten die Brandungskieker Aufklärungsarbeit. Schubsen die Norddeutschen Kühe? Was bedeutet eigentlich dieses “Moin”? Hier klären wir Euch über Klischees und Mythen rund um die Nordlichter und Fischköppe auf.
Es gibt ein paar Knoten, die jeder Segler können muss, damit er die Prüfung besteht.
Achtknoten
Dieser Knoten dient lediglich zur Vergrößerung des Taudurchmessers am Tampen, um zum Beispiel das Durchrutschen durch eine Öse zu verhindern. Er hat eine vergleichsweise geringe Knotenfestigkeit.
Kreuzknoten
Der Kreuzknoten ist für die Verbindung zweier gleich dicken Tampen gedacht. Der Knoten bildet zwei ineinander gesteckte Ösen, die sich bei Entspannung der Zuglast jedoch aufschieben können. Deshalb eignet sich dieser Knoten eher zum Bündeln von Zeitungspapier, als zum Segeln.
Palstek
Wenn man eine Schlaufe stecken möchte, die sich bei Zuglast nicht zuzieht, verwendet man den Palstek. Dieser Knoten hat eine sehr hohe Festigkeit und gehört zu den am häufigsten verwendeten Knoten in der Seefahrt. Das „Stek“ im Namen ist übrigens mal wieder plattdeutsch und bedeutet „stecken“. Der Seefahrer bindet oder knüpft seine Knoten nicht, er steckt.
Schotstek
Hat man zwei unterschiedlich starke Enden, die verbunden werden sollen, verwendet man den Schotstek oder doppelten Schotstek. Der Knoten wird auch oft beim Knüpfen von Fischernetzen oder Hängematten verwendet.
Die Disziplin “Knoten” ist übrigens ein Teil Deutschen Meisterschaft im Seesportmehrkampf, die der deutsche Seesportverband jedes Jahr veranstaltet.
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